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Bauernhof entdecken

Das Jahr auf dem Bauernhof
Bauernhofpädagogik

Das Jahr auf dem Bauernhof

Die Jahreszeitenwerkstatt startet

Nach Ostern ist es wieder soweit: unsere Jahreszeitenwerkstatt hier auf dem Hof beginnt. Nach einer kleinen Pause zu Jahresbeginn, haben wir schon wieder richtig Lust.

Von April bis Dezember können Kinder ab fünf Jahren ein Mal im Monat zu uns auf den Hof kommen und mit uns arbeiten, werkeln, säen, ernten, kochen, basteln und natürlich ganz viel spielen. Wir erleben bewusst den Jahresverlauf in Landwirtschaft und freier Natur.

Im vergangenen Jahr haben wir mit diesen Gruppen angefangen und es erweist sich als das perfekte Format für uns. Dadurch, dass eine feste Kindergruppe regelmäßig kommt, lässt sich der Bauernhof wirklich intensiv für die Kinder erleben. Wir müssen nicht alle Highlights in einen Tag stecken, sondern können uns den Themen dann widmen, wenn sie dran sind. Außerdem bietet sich durch den Umfang für die Kinder viel Möglichkeit zum Mitgestalten und entdecken, zum vertiefen und ausprobieren. Das ist echtes Lernen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kinder zu einer Gruppe zusammen wachsen können, sich bei uns nach einiger Zeit gut auskennen und so Wald, Wiesen und Hof bespielen dürfen.

Jahreszeitenwerkstatt

Als wir angefangen haben, war ich natürlich immer mehr als gut vorbereitet: ein vollgepacktes Programm mit pädagogisch-wertvollem Inhalt – natürlich. Schnell stellte sich heraus, dass die Kinder wenig Interesse an „künstlichen“ Aufgaben haben. Sie wollen richtig mithelfen. Jetzt steht halt auch mal ausmisten auf der Tagesordnung und alle sind glücklich (einschließlich der Eltern, die mir danach regelmäßig zurückmelden, dass ihre Kinder so ausgeglichen wie selten wären).

Unser Ziel ist es, die drei Stunden, die die Kinder im Monat da sind, nicht komplett zu verplanen. Es soll immer genügend Zeit für’s Freispiel bleiben. Und wenn wir alle gerade ganz gebannt bei den Hühnern sitzen, dann bleiben wir einfach da. Ich will auf keinen Fall die Kinder von einem zum nächsten treiben (das kennen viele zu gut). Unverplante Zeit, selbstversunkenes Spielen und Selbstregulation in der Gruppe sollen möglich gemacht werden. Wie die Kinder das genießen merkt man besonders beim ausgelassenen Spielen auf dem Heuboden. Hier wird wieder deutlich, wie wenig es manchmal braucht: ein Raum + ein Material = alles ist gut!

Meinem Mann und mir macht die Jahreszeitenwerkstatt richtig Spaß. So lernt man den eigenen Hof noch Mal ganz anders kennen und nimmt sich Zeit für die schönen Dinge, die es dort gibt (und macht nicht nur dass, was erledigt werden muss). Manche Schätze liegen eben direkt vor der Haustür 😉

 

Mehr Infos und Bilder auf unserer Hof-Homepage

Allgemein, Menschen

Was machen die da eigentlich?

Wenn man in keine Schublade passt

Sind das jetzt Aussteiger, Quereinsteiger, Landwirte, Gastonomen, Ökos, Hipster, Normalos?

Die Frage stellen sich Menschen (auch aus unserem näheren Umfeld) wohl regelmäßig. Irgendwie passen wir in keine Schublade so richtig rein. Wir finden das ganz gut, andere tun sich schwer damit. Deshalb heute ein paar erläuternde Worte zu unserem Leben, unserer Arbeit und was wir so wollen.
Vor fünf Jahren sind wir aus der Stadt zurück auf’s Land. Diese Entscheidung stieß allgemein auf große Irritation. Die Gespräche damals liefen ungefähr so ab. Ich: Wir ziehen nach Göttingen? Arbeitskollege: Oh, wie schön! Ich: Nein, nicht das Göttingen. Ein Dorf in Westfalen. Auf einen Hof. Arbeitskollege: Oh.
Wir hatten gute Jobs und ein wirklich nettes Leben in der Stadt. Wir hätten auch da bleiben können. Wir wären den ganzen Tag irgendwo arbeiten gegangen und wären normal unzufriedene Menschen gewesen. Das Problem war nur, dass uns das total sinnlos erschien. Wir wollten uns etwas aufbauen. Selbstständig und frei, unsern Tag füllen mit Dingen, die wir mögen und für sinnvoll erachten und nicht nur mit Sachen, die erledigt werden müssen.

Die Landwirtschaft wiederbeldeben

Deshalb sind wir zurück auf den elterlichen Hof meines Mannes. Hier gab (und gibt) es viel zu tun, aber eben auch viele Möglichkeiten. Unser Ziel war es von Anfang an den Bauernhof wieder zu beleben und ihn zu einem lebenswerten Ort zu machen. Dazu haben wir zuerst den Kuhstall renoviert und wieder Kühe gehalten (Mutterkuhhaltung). Das ist die große Leidenschaft meines Mannes. Hier kann er sich körperlich austoben und sehr vielseitig einbringen. Denn besonders die Bewegung und die Arbeit draußen fehlten ihm vorher. Naja, jetzt kann man sagen, wer eine Bankausbildung gemacht und BWL studiert hat, der muss mit einem Bürojob rechnen 😉 Halbtags hat er den auch noch und das ist eine gute Kombi. Außerdem ist sein Hintergrund total hilfreich, denn die Büroarbeit in Landwirtschaft und Gastronomie ist enorm.
Auch ich habe die Hofarbeit mit der Zeit zu schätzen gelernt. Früher habe ich behauptet, ich sitze gerne den ganzen Tag alleine am Schreibtisch (das tue ich auch heute noch), aber zwischendurch draußen zu arbeiten, mit dem ganzen Körper und allen Sinnen, das macht schon Spaß. Allerdings musste ich erst lernen, mich darauf einzulassen. Ich war es gewohnt nach einem genauen Zeitplan vorzugehen. Das klappt in der Landwirtschaft aber nie. Irgendwas ist immer. Manchmal denke ich der Tag draußen besteht aus Problem – Lösung, Problem – Lösung, … hat auch seinen Reiz, aber zu Beginn reizte es mich auf andere Weise.

Kinder auf dem Bauernhof

Nachdem ich entdeckt habe, wie viel Spaß es macht Hof und Natur mit Kind zu erleben und was ich selber dabei lernen kann, habe ich mich zur Bauernhoferlebnispädagogin ausbilden lassen. Ich habe gemerkt, dass es mir ein Anliegen ist Kindern zu zeigen, wo unser Essen her kommt oder mit ihnen die Schätze der Natur zu erforschen. Ich krieg die Krise, wenn sie nicht wissen, dass Kartoffeln in der Erde wachsen oder dass man Beeren vom Strauch essen kann. Ich will das wir bei jedem Wetter draußen sind, die Zeit nicht total durch geplant ist und wir uns viel bewegen. Das alles ist nicht mehr selbstverständlich und es ist mir zu einem echten Anliegen geworden dagegen zu steuern. Das hätte ich ehrlich gesagt vorher auch nicht gedacht. Ich bin nicht die, die immer schon und möglichst viel mit Kindern arbeiten wollte. Jeden Tag kann ich mir eine Kindergruppe auf dem Hof nicht vorstellen. Aber einmal die Woche macht es uns richtig viel Spaß und wir haben das Gefühl etwas total Sinnvolles zu tun. Mein Mann und ich machen das zusammen und wir empfinden es als sehr bereichernd den Hof und die Natur durch Kinderaugen zu sehen. Aktuell bieten wir Jahreskurse an. Wie das genau funktioniert findet ihr hier.

Unser Café

Neben dem Bereich Landwirtschaft macht noch das Café einen ganz großen Teil unseres Hofprojekts aus. Wir haben tolle Räume und einen fantastischen Ausblick direkt in die Auen. Einige Zeit haben wir nur nach Anmeldung und für Feiern geöffnet. Mittlerweile haben wir den Sommer über sonntags auch so auf. Ich backe den Kuchen, mein Mann und andere bedienen. Und was soll ich sagen, es macht uns total Spaß. Allen Unkenrufen zum Trotz. Sonntags auf? Dann habt ihr nie wieder richtig frei! Immer Leute da .. usw. Es war der erste Sommer. Vielleicht rede ich in einigen Jahren ganz anders. Aber bisher sind wir froh über diesen Schritt. Wir mögen es unseren Garten für andere Menschen zu öffnen und sie zu bewirten. Sie können auf die Apfelbäume schauen, die das Obst für den Kuchen gespendet haben und mit allen Sinnen genießen. Durch das Café möchten wir vielen einen besonderen Blick auf die Natur ermöglich. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen. Für die Kinder planen wir im Frühjahr einen Naturspielplatz anzulegen. So können Sie sich austoben, während die Eltern zu Ruhe kommen. Es geht uns um Wohlbefinden und nicht darum möglichst schnell an alle Kaffee zu verteilen. (Wir schenken übrigens nur 100% fair gehandelten Kaffee aus.)


Es geht uns auch um unser eigenes Wohlbefinden. Deswegen wachsen und entwickeln wir unseren Betrieb so weiter, wie es für uns gut ist. Ständig hören wir: ihr müsst noch dies anbieten oder es so machen wie die da … Wir möchten nicht blind irgendeine Nachfrage bedienen, um schließlich Sklave des eigenen Ladens zu sein. Wir tasten uns vorsichtig dadurch und probieren aus, was uns gefällt. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass ich backen mal so gut finden würde. Vor allem hätte ich nie erwartet, dass ich in meinem Leben überhaupt mal so viel backe. Tatsächlich habe ich das vorher nur sehr selten gemacht. Auch das gefällt mir gut an der Selbstständigkeit, dass man gezwungen ist immer wieder Neues auszuprobieren und dabei so viele Überraschungen erlebt.
Ich konnte aber auch „altes“ mit einbringen. So veranstalten wir bei uns regelmäßig Lesungen, Wildkräuterführungen oder kleine Konzerte. Das organisieren war schon immer meins, auch die Liebe zu Kulturveranstaltungen. Grundsätzlich bin ich hier wohl eher die Kreative, die mit dem Kopf voller (unkonventioneller) Ideen und der Mann der analytische, der der alles durchrechnet und später handwerklich/ praktisch umsetzt. Das ist die optimale Aufteilung. Wir sind beide sehr vielseitig und uns für nichts zu schade, damit decken wir ganz viele Kompetenzen ab. Wir sind in wenigen Bereichen die Experten, können aber alles ein bisschen. Das ist perfekt für so ein Vorhaben. Außerdem macht es den eigenen Alltag abwechslungsreich. Für mich wäre das schlimmste jeden Tag und jede Woche das gleiche tun zu müssen, zu den gleichen Zeiten, die Jahreszeiten nicht zu spüren. Und nur von Wochenende zu Wochenende zu leben. (Schon allein, weil es mehr Werktage als Freitage gib 😉 )
Ich mache jeden Tag etwas anderes. Zwischendurch fahre ich sehr gerne in die Stadt. Tauche ein in die andere Welt. Lasse mich inspirieren und irritieren. Dort arbeite ich an der Uni. Hier sind ganz andere Themen wichtig und das ist gut so. Ich finde das hilfreich für den eigenen Kopf. So bleibt man offen und dreht sich nicht nur um sich selbst/ den Hof.

Das auch noch

Einiges haben wir schon geschafft auf dem Hof. In Zukunft möchten wir noch mehr Kühe halten und die Öffnungszeiten des Cafés ausweiten. Wir wollen weiterhin interessante Menschen zu uns holen. Mittlerweile haben wir eine kleine Ferienwohnung. Vielleicht gibt es Menschen, die Lust haben eine Zeitlang bei uns mitzuarbeiten und dort zu wohnen. Wir werden nicht nur weiter Gebäude renovieren und in Stand setzen, sondern auch viele kleine Projekte umsetzen, die es hier für Mensch und Tier schön machen sollen. Ein großes Insektenhotel und Nistkästen bauen steht auf jeden Fall noch auf dem Programm. Irgendwann halten wir auch noch mehr bedrohte Haustierrassen. Bienenstöcke sind auch ein Traum von mir. Hach – ich könnte noch so vieles aufzählen. Aber was die Zukunft bringt wird sich zeigen. Wir freuen uns auf jeden Fall darauf!

Tiere

Schwalben-Glück

„Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren.“

Na dann – haben wir ziemlich viel Glück in der Hütte. Zumindest im Kuhstall. Dort brüten nämlich jede Menge Rauchschwalben. Da es bei uns etwas rustikaler zugeht und wir keine hightech Stallanlage haben, gibt es für die, mittlerweile auf der Roten Liste stehenden, Vögel viel Platz. Wir lassen sogar Fenster auf, damit die fleißigen Dinger immer hin und her kommen. Nester ausbessern, Futter für die Kleinen holen, die Schwalben zischen uns wie der Wind über die Köpfe und erledigen ihre Aufgaben.

Schwalben

Viele unserer älteren Café-Gäste mögen den Anblick dieser Flieger. Er erinnert sie an ihre Kindheit. Heute sieht man kaum noch so viele Schwalben. Deshalb hat der Nabu die Aktion Schwalbenfreundliches Haus ins Leben gerufen. Diese Plakette dürfen wir uns nun auch an die Wand pinnen.

Familie Baumhoer erhält Auszeichnung Schwalbenfreundliches HausUngeschminkt und in alten Klamotten, aber man beachte unsere Holunder-Ketten 😉

 

Ich habe hier schon mal über die Schwalben geschrieben. Dort lest ihr auch, warum es schlechtes Wetter gibt, wenn die Schwalben tief fliegen 😉

 

 

 

Bauernhofpädagogik, Pflanzen

Samenbomben selber ma(ts)chen

Ich hatte die Bomben eigentlich in Blumenpralinen umbenannt, aber irgendwie hat sich das bei den Kindern nicht durchgesetzt. Egal, es geht so oder so darum Erdkugeln zu formen, die mit Blumensamen gefüllt sind. Auf diese Weise kann man die Welt und den eigenen Balkon etwas bunter und insektenfreundlicher gestalten. Sehr friedliche Bomben also 😉

Die Idee zu den Samenbomben stammt übrigens aus der „Guerilla-Gardening-Szene“, die in den 1970er Jahren entstand. Schon damals begannen die Menschen in großen Städten Samenbomben als Protest gegen Betonwüsten und Umweltverschmutzung zu werfen. Triste Innenstädte sollten heimlich verschönert werden. Man darf die Kugeln natürlich auch ganz unpolitisch in den eigenen Garten legen und mit etwas Glück (und etwas Wasser) wachsen die schönsten Blumen aus den kleinen Dingern. Man muss sie nicht eingraben und wenn es regnet auch nicht gießen 😉

Das Rezept möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Samenbomben selber machen

Also, man nehme:

  • 5 Esslöffel Gartenerde
  • 4 Esslöffel Tonpulver
  • 1 Esslöffel Blumensamen
  • etwas Wasser

Die trockenen Zutaten müssen in einer Schüssel gut durchgemischt werden. Das können auch schon kleine Kinder ganz alleine (und meist machen sie es viel gewissenhafter als die Großen). Dann wird esslöffelweise Wasser hinzu gegeben. So, dass ein klebriger Teig entsteht aus dem sich gut Kugeln formen lassen. Als Tonpulver habe ich Heilerde verwendet, das hatte ich noch. Es hat damit gut funktioniert. Die Kugeln halten sehr gut zusammen. Das Matschen bringt natürlich Spaß und hat was von Frikadellen machen. Wir haben die fertigen Pralinenbomben in einen Eierkarton gelegt. Dort konnte jedes Kind seinen Namen drauf schreiben, damit es auch das eigene Werk mit nach Hause nimmt.

Man kann die Samenbomben richtig trocknen lassen, dann halten sie auch einige Zeit. Wir haben sie einfach direkt in den Garten gelegt und siehe da, es wächst schon was 🙂

 

 

P.S. Das Titelbild ist abfotografiert aus der Zeitung. Ich weiß: mega professionell! Aber als die Journalistin da war und unsere Jahreszeitenwerkstatt begleitet hat, habe ich ganz vergessen selber Bilder zu machen 🙁 Dafür hatten wir aber einen riesigen Artikel in der Lokalpresse übertitelt mit: Blumige Bombenleger mit Matsch-Händen am Werk

 

 

Löwenzahn
Bauernhofpädagogik, DIY, Naturmaterialien, Pflanzen

Löwenzahn Experimente und Basteleien

Nachdem hier alles gelb war, ist nun alles weiß und wir pusten ganz viel. Ich stelle immer wieder fest, dass die Pusteblumen einen so hohen Reiz auslösen – man kann einfach nicht wiederstehen. Es muss gepustet, geschüttelt oder irgendetwas mit dieser Blume gemacht werden.

Löwenzahn

Aber auch mit dem gelben Löwenzahn lässt sich einiges anstellen. Zwei Ideen stelle ich euch heute vor.

Mit den Blumen kann man ganz einfach malen. Löwenzahn zum Beispiel oder irgendetwas anderes gelbes. Dafür muss nur die Blüte über das Papier gerieben werden und es entsteht ein herrlich gelber Ton. Das können auch schon kleine Kinder gut. Ich muss allerdings dazu sagen, dass es vergängliche Kunst ist. Nach ca. einer Woche verblasst das Gelb allmählich.

Löwenzahn

 

Für größere Kinder ist das Löwenzahnexperiment sehr spannend. Zuerst werden Löwenzahnblüten mit einem langen Stiel gesucht und dann in ein Wasserglas gestellt. Nun ritzt man die Stiele mit einem scharfen Messer an einem Ende leicht ein und stellt sie wieder in das Glas mit Wasser. Der Stiel reißt ein und rollt sich entlang der Ritze auf. Das sieht wirklich toll aus. Die Kunstwerke können aus dem Glas genommen und bestaunt werden. Wer Lust hat, kann dann noch die Osmose erklären (kann man aber auch lassen 😉 )

Löwenzahn

 

 

Tiere

Kühe mit ohne Milch

Heute haue ich mal wieder ein paar erstaunliche Erkenntnisse aus der Landwirtschaft raus 😉

Wenn ich erzähle, dass wir Kühe haben, dann reagieren erschreckend viele mit: Oh, dann müsst ihr ja immer melken! Nein, das tun wir nicht. So gar nicht. Denn bei uns trinken die Kälber die ganze Milch der Mutter. Verrückt, oder?

Je länger ich darüber nachdenke, desto schräger finde ich, dass ich das immer erklären muss. Schließlich geben sie ja genau aus dem Grund Milch – für ihre Kälber. So, wie wir auch. Und wie bei uns Menschen auch, kommt da nur Milch raus, wenn ein Baby da ist. Also bekommen die Milchkühe ca. 1 Mal im Jahr ein Kind, damit’s weiter gut läuft. Ohne Kalb, keine Milch.

Zurück zu uns. Wir haben Fleischrinder. Die geben natürlich auch Milch (für ihre Kinder – wie alle Säugetiere) aber wir halten sie wegen des Fleisches. Wenn sie groß genug sind, gehen sie zum Schlachter und landen dann irgendwann auf den Tellern.

Das Ganze nennt man übrigens Mutterkuhhaltung. Wir haben also eine Herde netter Muttis (und Anton – ohne den läuft natürlich nichts), die jedes Jahr ein Kalb bekommen. Das Kalb trinkt die Milch der Mutter, frisst sich dann irgendwann so durch die Weide, turnt rum und macht, was Kälber sonst so tun. Wenn sie größer sind werden sie dann entweder selber Mutti, verkauft oder geschlachtet. Die Möglichkeiten sind da vielfältig.

Kalb Baumhoers Lippeauenblick

Wir betreiben hier nicht gerade das, was man moderne Landwirtschaft nennt, aber irgendwie so funktioniert es wohl überall.

So, jetzt wissta Bescheid 😉

 

Pflanzen

Wildkräuter aus der Hexenküche

Wildkräuter sammeln mit Kindern

Wenn ich nicht gerade im Hühnerstall war, habe ich als Kind am liebsten gekocht. Mit Blättern, Blüten, Gräsern und was wir sonst noch so gefunden haben. Hexenküche haben wir das genannt. Keine Ahnung, ob wir dabei schon an mittelalterliche Kräuterhexen gedacht haben. Auf jeden Fall waren wir davon überzeugt, dass wir etwas ganz besonders Gutes gezaubert haben – in Spiel, natürlich. Heute bin ich auch davon überzeugt, dass wir etwas ganz besonders Gutes zaubern können aus dem was wir draußen finden – aber in Echt.
Kochen mit Wildkräutern ist wieder In und den Trend mache ich gerne mit. Allerdings setzt es voraus, dass man sich erst mit den Pflanzen beschäftigt und sie kennenlernt. Dann muss man sie auch noch suchen und finden … einkaufen gehen ist unkomplizierter. Macht aber nicht so viel Spaß.


Jetzt wo draußen alles sprießt ziehen wir gerne mit unserem Körbchen (und dem Bestimmungsbuch*) los und sammeln Wildkräuter. Oft das, was andere in ihrem Garten als Unkraut bekämpfen. Uns gefällt das. Manchmal denke ich sogar, es ist mit das sinnvollste, was ich mit meinem Kind unternehmen kann. Wir sind draußen in der Natur, bewegen uns, reden miteinander, lernen gemeinsam mehr über die Pflanzen, entdecken Neues, erleben die Vielfalt, schauen nicht nur genau hin, sondern schärfen all unsere Sinne. Wir riechen, fühlen und probieren. Mir ist wichtig, dass unser Kind lernt, dass essbares draußen wächst und nicht aus dem Supermarkt kommt. Und dazu gehören eben nicht nur die Erzeugnisse aus der Landwirtschaft, sondern noch ganz viel mehr.


Ich bin wirklich keine Wildkräuterexpertin, aber Schritt für Schritt erweitere ich mein Wissen und traue mich an immer mehr Pflanzen. Über ihre Heilwirkung weiß ich noch wenig. Oft schmeiße ich alles einfach in den Mixer und mache einen grünen Smoothie. Manchmal kommen sie auch in den Salat oder Quark. An den bitteren Geschmack von vielen Wildkräutern muss man sich erst gewöhnen, denn das bittere kommt auf unserem Speiseplan kaum noch vor. Aus vielen Gemüsen wurde es heraus gezüchtet. Wir kennen es kaum noch und wenn es vorkommt, dann ist bitter oft negativ besetzt. Aber die Bitterstoffe sind sehr gesund.

Einladung zum Wildkräuternachmittag bei uns

Wer mehr über die Wildkräuter in unserer Region erfahren möchte ist herzlich zur Führung und Verkostung in unserem Cafe eingeladen. Schon seit einigen Jahren bietet eine Naturpädagogin das bei uns an (und ich bin ihr größter Fan 😉 ) Es ist immer ein ganz wunderbarer Nachmittag mit vielen Informationen, Geschichten und den erstaunlichsten Köstlichkeiten.


Die Führung ist ein guter Grundstein, um in das Thema einzusteigen und danach mit den Kindern die Kräuterwelt zu entdecken …

oder Tierspuren …

Wenn man erst Mal draußen ist, gibt es so viel zu erleben 🙂

Also, entdecke deine Heimat!

 

*Und das sind die Bücher, die wir mit in den Wald nehmen:

Essbare Wildkräuter und Wildbeeren – Naturführer für unterwegs

Mein Erstes Was lebt im Wald?

(Amazon PartnerLink)

Wochenende in Bildern

Frei sein – statt frei haben

Was wir gerne an Sonn- und Feiertagen machen.

Den Zaun kontrollieren zum Beispiel. Das ist eine wunderbare Runde durch ein tolles Gelände am Fluss entlang. Wir tuckern so vor uns her und ab und zu muss ein Riegel erneuert werden (zugegeben ich bin fürs tuckern zuständig und der Mann fürs Riegeln). Unsere neugierigen Kühe folgen uns fressend und das Hofmädchen thront auf dem Trecker und kommentiert alles.

frei sein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn wir am Wasser angekommen sind steigen wir ab und gehen auf Entdeckungstour. Hier ist es einfach fantastisch und durch die Renaturierungsmaßnahmen wieder ein Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere.

Am Steilhang hat sich einiges eingenistet und man kann drauf klettern 😉

 

 

 

 

Unter dieser Trauerweide ist es besonders schön. Wir haben uns einen Ast mitgenommen um irgendwann zuhause auch so einen tollen Baum zu haben.

 

 

 

 

Tja, war das jetzt Arbeit? Der Zaun ist nun ausgebessert und das war auch nötig. Wir versuchen so oft wie möglich das was getan werden muss mit dem angenehmen zu verbinden. Das Gute darin zu sehen. Klappt nicht immer. Aber immer öfter.

Vor einiger Zeit entdeckte ich das Buch Frei sein statt frei haben: Mit den eigenen Ideen in die kreative berufliche Selbstständigkeit* und der Titel sprach mich so an, dass ich es einfach kaufen musste. Als ich dann neulich die ersten Zeilen dieses Buches las, saß ich vor der Schwimmhalle und wartete das Ende des Schwimmkurses unserer Tochter ab. Da der Kurs auf dem Gelände einer Behinderteneinrichtung statt findet, setzte sich prompt eine Beschäftigte neben mich. Sie ließ sich auf die Bank plumpsen und sagte mit echtem Bedauern in der Stimme: „Schon wieder Feierabend.“  Wir hören oft voller Mitleid den Satz: „Na ihr bekommt auch kein Feierabend.“ Klar macht der Hof viel Arbeit und er hat uns schon die eine oder andere schlaflose Nacht beschert, aber wir haben uns bewusst für ihn entschieden. Wir hatten eine Wahl und nun liegt es in unserer Verantwortung hier zufrieden zu sein. Unseren Alltag so zu gestalten, dass er uns gefällt. Klappt auch nicht immer. Aber immer öfter. Heute zum Beispiel.

 

Über unseren Fluss habe ich schon so einiges geschrieben hier und hier zum Beispiel.

Dieser Artikel ist Teil der Aktion Wochenende in Bildern. Ich musste gerade lachend feststellen, dass wir im letzten Sommer auch einen Zaun-Sonntag hatten und ich bei der Aktion mitgemacht habe. Die Bilder davon findet ihr hier.

*Affiliate Link = Falls ihr das Buch über diesen Link kauft, verdiene ich daran ein paar Cent – ohne, dass es euch mehr kostet. Falls das passieren sollte – Dankee!

Interview mit Deichdeern
Menschen

Interview mit der Deichdeern

Landweiliges Landleben? Von wegen!

Neulich hatte ich das große Vergnügen Julia Nissen vom Blog Deichdeern kennen zu lernen. Das hat mich total gefreut, denn ich mag ihren Blog über das Landleben sehr. Julia lebt mit Mann und Kind im hohen Norden auf dem Dorf und arbeitet im Bereich Landwirtschaft. Nebenbei schreibt sie über ihr gar nicht langweiliges Landleben, über ihre Entdeckungen in der Nachbarschaft, über tolle Frauen mit guten Ideen, über Kreatives, übers Mama-sein und manchmal auch über landwirtschaftliche Themen, aber mit einer Schleife drum, so dass es jeder versteht und oft sehr witzig ist. Apropos witzig, bei ihren Insta-Stories lache ich mich regelmäßig schlapp. Ganz große Empfehlung 😉

Aber nun, vier Fragen an die Deichdeern:

Was macht das Landleben so spannend für dich?

Es sind die Menschen, die es so spannend machen. Man unterstützt sich gegenseitig und ist bestens vernetzt. Die Kinder können sich austoben und haben ein besonderes Verhältnis zur Natur. Das verleiht ihnen eine gewisse Selbständigkeit. Und, was ich auch toll finde, man achtet auf einander. Wenn ich außer Haus bin, schauen die Nachbarn nach dem Rechten und genau so ist es umgekehrt. Gegenbeispiel: Als ich damals in Berlin gelebt habe, hätte ich drei Wochen tot in der Wohnung liegen können ohne, dass es irgendjemand gemerkt hätte. Das würde auf dem Land nicht passieren.

Und was nervt?

Bis vor kurzen nervte mich die schlechte Internetverbindung, aber das ist nun auch passé. Seit Weihnachten 2016 sind wir ans Glasfasernetz angeschlossen und „high speed“ unterwegs. Ansonsten nervt, dass manche Straßen so holperig sind. Ich hatte bis vor kurzem ein altes BMW Cabrio. Da waren regelmäßig die Federn gebrochen. Nun gut, entsprechend habe ich meine Karre jetzt angepasst.

Zieht es dich manchmal nicht auch in die Stadt?

Na klar, gerne sogar. Ich brauch die Balance aus Stadt und Land. In der Stadt lasse ich mich inspirieren hinsichtlich Trends. Ich möchte mich schließlich nicht abhängen lassen. Ein Blick über den Tellerrand ist für mich und meine persönliche Entwicklung extrem wichtig.

Deichdeern

Landwirtschaft macht Spaß, weil…

… hinter jedem Erzeugnis ein Mensch steht. Und dahinter wiederum eine Bauernfamilie, die seit Generationen in der Landwirtschaft tätig ist. Ich sehe folglich nicht nur das Produkt, sondern weiß wie viel Kraft, Mühe und Fleiß, aber auch Geduld in der Herstellung steckt. Ich vertraue unseren Bauern sehr und vermittle dieses Vertrauen und die Wertschätzung auch an unser Kind weiter.

Bauernhofpädagogik Jahreszeitenwerkstatt
Bauernhofpädagogik

Jahreszeitenwerkstatt

Nun kommt sie endlich, die richtige Hofsafari!

Ich freue mich wie Bolle, denn nach den Osterferien geht bei uns auf dem Hof die erste Jahreszeitenwerkstatt los. Also endlich mal eine Möglichkeit für Kinder den Hof in echt unter die Lupe zu nehmen. Jetzt fragt ihr euch was um Himmels Willen eine Jahreszeitenwerkstatt sein soll? Klingt ungefähr so sperrig wie Bauernhofpädagogik, oder? Ist aber beides total spannend 😉

Im letzten Jahr habe ich die Ausbildung zur Bauernhofpädagogin gemacht und gelernt wie man Kindern den Bauernhof und die Natur wieder erfahrbar machen kann. Es ist mir (zu meiner eigenen Überraschung) zu einem echten Anliegen geworden, Kindern zu zeigen woher unser Essen kommt und mit ihnen die Kreisläufe in der Natur zu erleben. Ich gebe es zu, ich halte das kaum aus, wenn ich merke, dass sie überlegen auf welchem Baum wohl die Kartoffel wächst oder welches Tier die H-Milch gibt. Da muss ich etwas machen 🙂

Und bevor ich vor Ideen platze und weil so ein Bauernhof mit viel Feld, Wald und Wiese drum herum der ideale Ort ist um die Natur zu entdecken, starte ich die Jahreszeitenwerkstatt. Das heißt, dass eine feste Kindergruppe ein Mal im Monat zu uns kommt und den Bauernhof in der jeweiligen Jahreszeit ganz bewusst miterlebt. Wir werden die Tiere versorgen, uns mit den Pflanzen beschäftigen, basteln, bauen, kochen und natürlich ganz viel Spielen.

Mit allen Sinnen stürzen wir uns in das Abenteuer Heimat!

 

Termin:

Mittwoch 15.00Uhr-18Uhr

(26.April, 24.Mai, 21.Juni, 19.Juli, 13. September, 11.Oktober, 8.November, 6.Dezember)

Leitung:

Corinna Baumhoer (zertifizierte Bauernhoferlebnispädagogin)

Kosten:

150€

Geschwisterkind 130€

Alter:

5-10 Jahre

Ort:

Baumhoers Lippeauenblick

Göttinger Straße 22

59329 Wadersloh

 

Mehr zum Konzept

Anmedlung per Mail an info@baumhoers-lippeauenblick.de