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Bauernhofpädagogik, Pflanzen, Über uns

Maus Türöffner-Tag

Am 3. Oktober 2019 haben wir beim Türöffner-Tag der Sendung mit der Maus mitgemacht. Die Saftpresse war bei uns und das Café hatte geöffnet. Was für ein bunter Tag.

Was ist der Maus Türöffner-Tag?

Premiere war am 10. Juli 2011 anlässlich des 40. Geburtstags der Maus. Seitdem öffnen jedes Jahr überall in Deutschland MausFans Türen, hinter denen sich etwas Interessantes verbirgt und die sonst verschlossen sind. In Fabriken, Forschungslaboren, Stadien, Bauernhöfen, Theatern, Rathäusern, Handwerksbetrieben und an vielen anderen Veranstaltungsorten können kleine und große MausFans an diesem Tag Sachgeschichten Live erleben.

https://www.wdrmaus.de/extras/tueren_auf.php5

Wie kommt der Saft aus dem Apfel?

Bei uns konnten die Kinder der Frage nachgehen, wie der Saft aus dem Apfel kommt. Denn an dem Tag waren auch die Saftjäger bei uns. Eine mobile Saftpresse stand auf dem Hof und hat nicht nur Saft für uns gepresst. Jeder konnte nach Voranmeldung Obst mitbringen und den eigenen Saft mit nach Hause nehmen.

Das ist nicht nur lecker, sondern auch wirklich spannend. Die Kinder konnten beobachten, wie die Äpfel gewaschen, zerkleinert und gepresst werden. Der frische Saft durfte direkt vor Ort probiert werden. Auch der trockene Apfelrest, der Trester, wurde getestet. Schon verrückt, so ein zermatschter Apfel ohne Saft … aber unsere Tiere freut’s.

Danach haben wir noch die Hoftiere besucht und zum Schluss eine Kleinigkeit in unserer Kinderwerkstatt gebastelt. Es waren insgesamt 30 Kinder in drei Gruppen da.

Besonders gefreut hat uns, dass viele Familien die Gelegenheit genutzt haben, um mit ihren Kindern Äpfel zu sammeln und sie dann gemeinsam bei uns pressen zu lassen. Das ist nicht nur eine schöne Familien-Aktion, es gibt zum Schluss sogar noch ein super leckeres Ergebnis. Dafür braucht es im Grunde gar keinen Türöffner-Tag 😉

Zwei Tage später stand ein schöner Artikel über die Aktion in der Glocke. Klick hier.

Lippe Storchennest
Tiere

Unsere Störche

Die Störche sind eingezogen habe ich vor einiger Zeit geschrieben. Sie sind tatsächlich geblieben und haben mittlerweile drei Junge groß gezogen. Wir sind schwer verliebt und total begeistert vom Sozialverhalten dieser Tiere. Sie sind wirklich urkomisch und es macht Spaß sie zu beobachten.

noch ganz klein

Aber der Reihe nach

Im März ist das Storchenpaar bei uns angekommen. Sie haben fleißig das Nest hergerichtet, Eier gelegt und abwechselnd gebrütet. Anfang Mai sind dann drei Junge geschlüpft. Sie waren so klein, dass man ganz lange das Nest beobachten musste, um einen Blick auf eine Schnabelspitze erhaschen zu können. Mittlerweile sind die drei kaum noch von den Eltern zu unterscheiden. Die Schnäbel und Beine sind noch nicht rot, wie bei den Alten. Und vor allem können sie noch nicht so sicher fliegen.

Flugübungen

flatter, flatter
hops, hops

Ungeduldig haben wir auf die ersten Flugversuche der Jungstörche gewartet. Als es endlich soweit war, konnten wir unsere Blicke kaum noch vom Dach nehmen. Es ist aber auch wirklich schwierig. Die Jungen mussten wochenlang Trockenübungen machen, hopsten und flatterten auf dem Horst herum. Dann hat sich der erste getraut, ist gesprungen, getrudelt, hat eine Runde gedreht und landete unsanft wieder auf dem Nest. Und dann? Große Party! Die anderen feierten ihn sehr und klapperten was das Zeug hält. Total lustig diese Tiere.

Klapperparty

Sie müssen fleißig üben, denn im August geht es schon nach Afrika. Unglaublich!

Hier ein kleines Video über das Training.

Fütterung

Auch sehr beeindruckend ist, wie die Eltern die Kinder versorgen. Sie fliegen unermüdlich und holen Futter zum Nest. Die Frösche, Heuschrecken usw. schlucken sie erst runter, transportieren sie in ihrem Kehlsack und würgen sie dann im Horst wieder aus, bzw. die lieben Kleinen ziehen ihnen das Futter aus dem Schnabel. Puh, da bin ich froh, dass das bei uns einfacher ist. In diesem Video sieht man, wie ein Elternteil das Futter wieder hochwürgt.

Noch sind die Störche wunderbar von unserem Café aus zu beobachten 🙂

Altstorch in der Abendsonne

Danke an Jana und Lars für die tollen Bilder und Videos.

Bauernhofpädagogik
Bauernhofpädagogik, Tiere

Unsere Kuschel-Nutz-Tiere

Wir haben jetzt Kaninchen

Unsere ersten Kuscheltiere. Bisher lebten nur Nutztiere bei uns. Mit den Kühen und Gänsen verdienen wir Geld. Die Hühner legen die Eier für die Kuchen im Cafe. Die Katzen fangen Mäuse. Der Hund wacht. Pfauen werden verkauft. Und jetzt Kaninchen. In gewisser Weise arbeiten sie auch für uns. Wir haben sie nicht nur für unsere eigenen Kinder angeschafft, sondern auch für die Kinder in der Jahreszeitenwerkstatt. Sie können sie füttern, streicheln oder ihnen z.B. einen Unterschlupf bauen.

Bloß nicht!

Es ist noch gar nicht so lange her, da war ich sehr gegen diese Kuscheltier-Streichelzoo Nummer. So ein Zirkus ist nichts für uns, dachte ich. Ich wollte nur echte Tiere und nichts extra anschaffen. Doch mittlerweile sehe ich auch einen pädagogischen Wert in den Streicheltieren. Die Kinder können zu ihnen in den Stall gehen. Sie müssen aber langsam und ruhig werden, sonst kommt kein Kaninchen zu ihnen. Das fällt vielen schwer. Wenn sie es dann aber schaffen, werden sie direkt von den Tieren belohnt und sie sind sehr stolz. Außerdem ist das streicheln und spüren eine tolle Erfahrung.

Es gibt Bauernhöfe, die ihre Tiere sogar für therapeutische Zwecke einsetzen. Pferde und Hunde sind dafür bekannt. Aber Andrea Göhring nutzt für die tiergestützte Therapie auch ihre Schweine, Ziegen, Kühe usw. Die sind natürlich besonders ausgebildet. Über ihre Erfolge und Methoden hat sie ein Buch geschrieben Bauernhoftiere bewegen Kinder: Tiergestützte Therapie und Pädagogik mit Schaf, Kuh und Co. – ganz praktisch*

Auch wenn unsere Kaninchen nur „normal“ gezähmt sind, leisten sie bisher tolle Arbeit. Sind auch irgendwie Nutztiere.

Die große Frage nach dem WARUM?

Ja, ich weiß. Man kann jetzt fragen, warum müssen sie überhaupt einen Nutzen haben? Den habe ich vielleicht auch nicht und trotzdem gibt es mich.

Das ganze Thema rund um: warum halte ich Tiere (und natürlich wie) beschäftigt mich sehr. Als Tierarzttochter wird mir ein leicht irritierendes Verhältnis zu Tieren nachgesagt. Ich finde es aber einfach wichtig zu hinterfragen, halte ich die Tiere um meinetwillen? Weil ich es schön finde einen Hund zu haben und dann nicht mehr so alleine bin? Auch wenn ich gar keinen Platz und keine Zeit für ihn habe, zumindest nicht so wie er es bräuchte? Ich beobachte viele Menschen, die aus Tierliebe Tiere unter schlechten Bedingungen halten. Einfach nur, weil sie sie gerne in ihrer Nähe haben. Das ist schon verrückt.

Ich bin sehr gespannt, wie es mit unserer Tierhaltung auf dem Hof noch weiter gehen wird. Mal schauen, was sich noch entwickelt. In jedem Fall werde ich jetzt einen Unterschlupf für die Kaninchen bauen, in dem sie sich zurück ziehen können, wenn sie ihre Ruhe brauchen und an den kein Kind ran kommt. So können die Tiere entscheiden wie viel Nähe sie wollen.

*Affiliate Link = Falls ihr das Buch über diesen Link kauft, verdiene ich daran ein paar Cent – ohne, dass es euch mehr kostet. Falls das passieren sollte – Dankee!

Gärtner in den Lippeauen
Au(g)enblick mal !

An den Ufern der Lippe

Fluss mit zwei Gesichtern

„Ich hätte ja nie gedacht, jemals einen Film über die Lippe zu drehen – etwa dreißig Jahre lang habe ich in verschiedenen Städten an den Ufern der Lippe gelebt, aber als Filmstoff kam mir dieses trübe, miefige Gewässer nie in den Sinn. Als dann der WDR anfragte, ob mir eine Naturfilm-Story einfallen würde, die in NRW spielt, bin ich tatsächlich in der Lippe fündig geworden. Wie hat sich der Fluss in den vergangenen 30 Jahren verändert! Wo es früher stank und dampfte, leben heute Eisvögel und Störche, der Biber ist nach 200 Jahren an die Lippe zurück gekehrt, und Biologen fangen hier manchmal sogar Lachse. Nicht jedes seltene Tier haben wir während der zwei Jahre dauernden Dreharbeiten vor die Kamera bekommen, aber trotzdem ist „An den Ufern der Lippe“ ein wunderschöner Film voller Überraschungen geworden.“

Ulf Marquardt

Unsere Lippe im Fernsehen und dann auch noch bei Abenteuer Erde. Da waren wir schon ein bisschen gespannt. Aber nun können wir sagen: Es ist ein wunderbarer Film! Und wer ihn verpasst hat kann ihn in der WDR Mediathek anschauen. Klick hier.

Tatsächlich landeten nach der Ausstrahlung einige Gäste in unserem Café, die aufgrund des Films weite Anreisen hin nahmen, nur um sich diese Lippeauen mal in Echt anzuschauen. Das freut uns natürlich 🙂

Wer noch mehr über die Lippe erfahren möchte findet auch hier einige Filme.

Über die Geschichte der Lippe habe ich hier auf dem Blog schon einiges geschrieben: Teil I und Teil II.

Und weil wir nicht nur im Internet auf die Schönheit und die Überraschungen vor unserer Haustür aufmerksam machen wollen, findet ab nächstem Sonntag (12. Mai 2019) eine Fotoausstellung bei uns im Café statt. „Wir sehen was, was du nicht siehst…“ Naturfotografie. Die Fotografen Peter Hoffmann und Reinhold Lodenkemper zeigen uns in eindrucksvoller Weise, was es in der Natur vor unserer Haustür zu entdecken gibt, wenn man genau hinschaut. Mehr dazu hier.


DIY, Naturmaterialien, Pflanzen

Ein EI-DIY

In Eierschalen Kresse säen

Die erste Kindergruppe in diesem Jahr war bei uns und wir waren natürlich auch zusammen bei den Hühnern. Nach dem Eiersammeln ging der Spaß erst richtig los, denn wir haben mit den Eierschalen gebastelt.

Und so geht’s

Nach dem Aufschlagen müssen die Eier ausgespült werden. So, dass sich keine Ei Reste mehr in der Schale befinden. Dann bekommt jedes Kind zwei Ei Hälften und stellt sie vor sich in eine Halterung. Ich habe für jeden etwas Eierkarton zurecht geschnitten. Man kann zum befüllen natürlich auch Eierbecher nehmen. Aber irgendeine Eierhalterung ist sicherlich hilfreich. Nun wird Watte gezupft und in die Schalen gelegt. Danach kann sie direkt mit etwas Kressesamen bestreut werden. Mit Hilfe einer Sprühflasche haben die Kinder die Samen mit Wasser benetzt.

Nach dem Aufschlagen müssen die Eier ausgespült werden. So, dass sich keine Ei Reste mehr in der Schale befinden. Dann bekommt jedes Kind zwei Ei Hälften und stellt sie vor sich in eine Halterung. Ich habe für jeden etwas Eierkarton zurecht geschnitten. Man kann zum befüllen natürlich auch Eierbecher nehmen. Aber irgendeine Eierhalterung ist sicherlich hilfreich. Nun wird Watte gezupft und in die Schalen gelegt. Danach kann sie direkt mit etwas Kressesamen bestreut werden. Mit Hilfe einer Sprühflasche haben die Kinder die Samen mit Wasser benetzt.

Kresse ist wirklich sehr dankbar. Nach nur einem Tag lässt sich schon beobachten, wie sie keimt. Sie braucht nur etwas Licht und zwischendurch ein bisschen Wasser. Dann kann man ihr prima beim wachsen zu sehen.

Ei Kresse

Das Ei könnte nun noch mit einem Gesicht verziert werden. Dann hat man einen Kresse-Ei-Kopf. Wir haben auch schon mal einen Eierbecher gestaltet und ihn zusammen mit dem Kresse-Ei zu Ostern verschenkt.

P.S. Ich eigne mich definitiv nicht als Kresse-Fotografin. Das Zeug ist schneller gewachsen, als ich Zeit hatte, es schick zu fotografieren. Deshalb nur ein paar Handybilder auf die Schnelle. Aber besser als nix 😉

Tiere

Die Störche sind eingezogen

Ohhh, wir sind schwer verliebt

Vor einigen Wochen sind die Störche aus ihrem warmen Winterurlaub wieder gekommen. Plötzlich saßen fünf dieser großen Tiere auf unserem Dach. Das alleine versetzt uns schon jedes Jahr in helle Aufruhr und wir freuten uns sehr.

Wie groß war dann die Freude, als wir feststellten, dass zwei von ihnen anscheinend bei uns bleiben wollen.

Erst als das Nest ordentlich runtergerockt war

Wir haben schon vor Jahren ein Nest auf dem Dach angebracht, aber es wurde lange nicht beachtet. Dann haben wir das gute Stück mit weißer Farbe besprenkelt (das steigert anscheinend die Attraktivität, da Meister Adebar denkt, dass schon mal wer von den seinen da gewesen war) und siehe da, es ließen sich immer mal wieder Störche dort oben nieder und vergnügten sich. Leider machten sie es nie zu ihrem Nest. War wohl nur ein Ausflugsziel. Dieses Jahr hat ein Sturm ganz schön an der Konstruktion gezerrt, so dass das mittlerweile in die Jahre gekommene Nest ziemlich runtergerockt aussieht. Offensichtlich ist es genau richtig so 🙂

Das sind unsere Tiere!!

Die beiden renovieren jedenfalls jetzt selbst. Sehr eifrig schleppen sie Material noch oben, klappern und segeln zum fressen in die Lippeauen.

Wenn Sie an unserem Wohnzimmerfenster vorbei gleiten staunen wir immer wieder „wirklich kein Flügelschlag„. Schon praktisch, wenn man sich nur fallen lassen muss, um an den gedeckten Tisch zu gelangen

Wir feiern diese Tiere sehr und hoffen, dass wir bald noch mehr (kleine) Störche beobachten können.

Vogelfutter Baum Tasse
Bauernhofpädagogik, DIY, Naturmaterialien

Vogelfutter

Vogelfutter in Kaffeetassen und als Girlande

Es wird kalt und da ich die Kinder nicht zu früh mit Weihnachtsbasteleien belästigen will machen wir hier gerade jede Menge Vogelfutter selber. Wir haben schon die unterschiedlichsten Methoden ausprobiert und zwei davon möchte ich euch nun zeigen.

Vogelfuttergirlande

Entweder ihr nehmt Nadel und Faden oder einen Draht. Dann fädelt ihr ein paar Leckereien auf oder umwickelt sie. Wir haben dafür Rosinen, Erdnüsse und Popcorn genommen. Wenn ihr das Popcorn über dem Lagerfeuer poppt, zum Beispiel mit diesem Trick von der Deichdeern, dann macht es natürlich doppelt Spaß. Einziges Problem: Es bleibt relativ wenig für die Vögel über. Das Vogelpopcorn dafür natürlich nicht gezuckert oder gesalzen werden. Dann können die Girlanden in einem Baum aufgehängt werden.

Vogelfutter Baum

Vogelfutter Tasse

Hierfür haben wir eine Vogelfuttermischung in eine Tasse gefüllt, ein Stöckchen rein gesteckt und alles mit flüssigem (weil erwärmtem) Kokosöl übergossen. Sobald das Öl abkühlt hält das Futter richtig gut in der Tasse.
Die Tassenvariante macht sich natürlich auch als Weihnachtsgeschenk 😉

Wer sich kein Geschirr in den Garten hängen möchte, nimmt einen Apfel. Halbieren, etwas aushöhlen, mit der gleichen Methode befüllen wie die Tasse. Das habe ich hier schon mal beschrieben.

Baumschmuck Vogelfutter Apfel

Das Jahr auf dem Bauernhof
Bauernhofpädagogik

Das Jahr auf dem Bauernhof

Die Jahreszeitenwerkstatt startet

Nach Ostern ist es wieder soweit: unsere Jahreszeitenwerkstatt hier auf dem Hof beginnt. Nach einer kleinen Pause zu Jahresbeginn, haben wir schon wieder richtig Lust.

Von April bis Dezember können Kinder ab fünf Jahren ein Mal im Monat zu uns auf den Hof kommen und mit uns arbeiten, werkeln, säen, ernten, kochen, basteln und natürlich ganz viel spielen. Wir erleben bewusst den Jahresverlauf in Landwirtschaft und freier Natur.

Im vergangenen Jahr haben wir mit diesen Gruppen angefangen und es erweist sich als das perfekte Format für uns. Dadurch, dass eine feste Kindergruppe regelmäßig kommt, lässt sich der Bauernhof wirklich intensiv für die Kinder erleben. Wir müssen nicht alle Highlights in einen Tag stecken, sondern können uns den Themen dann widmen, wenn sie dran sind. Außerdem bietet sich durch den Umfang für die Kinder viel Möglichkeit zum Mitgestalten und entdecken, zum vertiefen und ausprobieren. Das ist echtes Lernen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kinder zu einer Gruppe zusammen wachsen können, sich bei uns nach einiger Zeit gut auskennen und so Wald, Wiesen und Hof bespielen dürfen.

Jahreszeitenwerkstatt

Als wir angefangen haben, war ich natürlich immer mehr als gut vorbereitet: ein vollgepacktes Programm mit pädagogisch-wertvollem Inhalt – natürlich. Schnell stellte sich heraus, dass die Kinder wenig Interesse an „künstlichen“ Aufgaben haben. Sie wollen richtig mithelfen. Jetzt steht halt auch mal ausmisten auf der Tagesordnung und alle sind glücklich (einschließlich der Eltern, die mir danach regelmäßig zurückmelden, dass ihre Kinder so ausgeglichen wie selten wären).

Unser Ziel ist es, die drei Stunden, die die Kinder im Monat da sind, nicht komplett zu verplanen. Es soll immer genügend Zeit für’s Freispiel bleiben. Und wenn wir alle gerade ganz gebannt bei den Hühnern sitzen, dann bleiben wir einfach da. Ich will auf keinen Fall die Kinder von einem zum nächsten treiben (das kennen viele zu gut). Unverplante Zeit, selbstversunkenes Spielen und Selbstregulation in der Gruppe sollen möglich gemacht werden. Wie die Kinder das genießen merkt man besonders beim ausgelassenen Spielen auf dem Heuboden. Hier wird wieder deutlich, wie wenig es manchmal braucht: ein Raum + ein Material = alles ist gut!

Meinem Mann und mir macht die Jahreszeitenwerkstatt richtig Spaß. So lernt man den eigenen Hof noch Mal ganz anders kennen und nimmt sich Zeit für die schönen Dinge, die es dort gibt (und macht nicht nur dass, was erledigt werden muss). Manche Schätze liegen eben direkt vor der Haustür 😉

 

Mehr Infos und Bilder auf unserer Hof-Homepage

Tiere

Schwalben-Glück

„Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren.“

Na dann – haben wir ziemlich viel Glück in der Hütte. Zumindest im Kuhstall. Dort brüten nämlich jede Menge Rauchschwalben. Da es bei uns etwas rustikaler zugeht und wir keine hightech Stallanlage haben, gibt es für die, mittlerweile auf der Roten Liste stehenden, Vögel viel Platz. Wir lassen sogar Fenster auf, damit die fleißigen Dinger immer hin und her kommen. Nester ausbessern, Futter für die Kleinen holen, die Schwalben zischen uns wie der Wind über die Köpfe und erledigen ihre Aufgaben.

Schwalben

Viele unserer älteren Café-Gäste mögen den Anblick dieser Flieger. Er erinnert sie an ihre Kindheit. Heute sieht man kaum noch so viele Schwalben. Deshalb hat der Nabu die Aktion Schwalbenfreundliches Haus ins Leben gerufen. Diese Plakette dürfen wir uns nun auch an die Wand pinnen.

Familie Baumhoer erhält Auszeichnung Schwalbenfreundliches HausUngeschminkt und in alten Klamotten, aber man beachte unsere Holunder-Ketten 😉

 

Ich habe hier schon mal über die Schwalben geschrieben. Dort lest ihr auch, warum es schlechtes Wetter gibt, wenn die Schwalben tief fliegen 😉

 

 

 

Bauernhofpädagogik, Pflanzen

Samenbomben selber ma(ts)chen

Ich hatte die Bomben eigentlich in Blumenpralinen umbenannt, aber irgendwie hat sich das bei den Kindern nicht durchgesetzt. Egal, es geht so oder so darum Erdkugeln zu formen, die mit Blumensamen gefüllt sind. Auf diese Weise kann man die Welt und den eigenen Balkon etwas bunter und insektenfreundlicher gestalten. Sehr friedliche Bomben also 😉

Die Idee zu den Samenbomben stammt übrigens aus der „Guerilla-Gardening-Szene“, die in den 1970er Jahren entstand. Schon damals begannen die Menschen in großen Städten Samenbomben als Protest gegen Betonwüsten und Umweltverschmutzung zu werfen. Triste Innenstädte sollten heimlich verschönert werden. Man darf die Kugeln natürlich auch ganz unpolitisch in den eigenen Garten legen und mit etwas Glück (und etwas Wasser) wachsen die schönsten Blumen aus den kleinen Dingern. Man muss sie nicht eingraben und wenn es regnet auch nicht gießen 😉

Das Rezept möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Samenbomben selber machen

Also, man nehme:

  • 5 Esslöffel Gartenerde
  • 4 Esslöffel Tonpulver
  • 1 Esslöffel Blumensamen
  • etwas Wasser

Die trockenen Zutaten müssen in einer Schüssel gut durchgemischt werden. Das können auch schon kleine Kinder ganz alleine (und meist machen sie es viel gewissenhafter als die Großen). Dann wird esslöffelweise Wasser hinzu gegeben. So, dass ein klebriger Teig entsteht aus dem sich gut Kugeln formen lassen. Als Tonpulver habe ich Heilerde verwendet, das hatte ich noch. Es hat damit gut funktioniert. Die Kugeln halten sehr gut zusammen. Das Matschen bringt natürlich Spaß und hat was von Frikadellen machen. Wir haben die fertigen Pralinenbomben in einen Eierkarton gelegt. Dort konnte jedes Kind seinen Namen drauf schreiben, damit es auch das eigene Werk mit nach Hause nimmt.

Man kann die Samenbomben richtig trocknen lassen, dann halten sie auch einige Zeit. Wir haben sie einfach direkt in den Garten gelegt und siehe da, es wächst schon was 🙂

 

 

P.S. Das Titelbild ist abfotografiert aus der Zeitung. Ich weiß: mega professionell! Aber als die Journalistin da war und unsere Jahreszeitenwerkstatt begleitet hat, habe ich ganz vergessen selber Bilder zu machen 🙁 Dafür hatten wir aber einen riesigen Artikel in der Lokalpresse übertitelt mit: Blumige Bombenleger mit Matsch-Händen am Werk