Browsing Category

Tiere

Tiere

Schwalben-Glück

„Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren.“

Na dann – haben wir ziemlich viel Glück in der Hütte. Zumindest im Kuhstall. Dort brüten nämlich jede Menge Rauchschwalben. Da es bei uns etwas rustikaler zugeht und wir keine hightech Stallanlage haben, gibt es für die, mittlerweile auf der Roten Liste stehenden, Vögel viel Platz. Wir lassen sogar Fenster auf, damit die fleißigen Dinger immer hin und her kommen. Nester ausbessern, Futter für die Kleinen holen, die Schwalben zischen uns wie der Wind über die Köpfe und erledigen ihre Aufgaben.

Schwalben

Viele unserer älteren Café-Gäste mögen den Anblick dieser Flieger. Er erinnert sie an ihre Kindheit. Heute sieht man kaum noch so viele Schwalben. Deshalb hat der Nabu die Aktion Schwalbenfreundliches Haus ins Leben gerufen. Diese Plakette dürfen wir uns nun auch an die Wand pinnen.

Familie Baumhoer erhält Auszeichnung Schwalbenfreundliches HausUngeschminkt und in alten Klamotten, aber man beachte unsere Holunder-Ketten 😉

 

Ich habe hier schon mal über die Schwalben geschrieben. Dort lest ihr auch, warum es schlechtes Wetter gibt, wenn die Schwalben tief fliegen 😉

 

 

 

Tiere

Kühe mit ohne Milch

Heute haue ich mal wieder ein paar erstaunliche Erkenntnisse aus der Landwirtschaft raus 😉

Wenn ich erzähle, dass wir Kühe haben, dann reagieren erschreckend viele mit: Oh, dann müsst ihr ja immer melken! Nein, das tun wir nicht. So gar nicht. Denn bei uns trinken die Kälber die ganze Milch der Mutter. Verrückt, oder?

Je länger ich darüber nachdenke, desto schräger finde ich, dass ich das immer erklären muss. Schließlich geben sie ja genau aus dem Grund Milch – für ihre Kälber. So, wie wir auch. Und wie bei uns Menschen auch, kommt da nur Milch raus, wenn ein Baby da ist. Also bekommen die Milchkühe ca. 1 Mal im Jahr ein Kind, damit’s weiter gut läuft. Ohne Kalb, keine Milch.

Zurück zu uns. Wir haben Fleischrinder. Die geben natürlich auch Milch (für ihre Kinder – wie alle Säugetiere) aber wir halten sie wegen des Fleisches. Wenn sie groß genug sind, gehen sie zum Schlachter und landen dann irgendwann auf den Tellern.

Das Ganze nennt man übrigens Mutterkuhhaltung. Wir haben also eine Herde netter Muttis (und Anton – ohne den läuft natürlich nichts), die jedes Jahr ein Kalb bekommen. Das Kalb trinkt die Milch der Mutter, frisst sich dann irgendwann so durch die Weide, turnt rum und macht, was Kälber sonst so tun. Wenn sie größer sind werden sie dann entweder selber Mutti, verkauft oder geschlachtet. Die Möglichkeiten sind da vielfältig.

Kalb Baumhoers Lippeauenblick

Wir betreiben hier nicht gerade das, was man moderne Landwirtschaft nennt, aber irgendwie so funktioniert es wohl überall.

So, jetzt wissta Bescheid 😉

 

Tiere füttern Tiere essen
Tiere

Tiere essen

Tiere füttern, Tiere schlachten, Tiere essen

Bei der Martinsgans ist es wieder passiert. Ich sage „Es gibt Gans mit Rotkohl und Klößen. Fleisch und Gemüse kommen aus unserem Garten.“ Sie „Ihh, ihr esst eure Tiere?

Mittlerweile habe ich schon über fast alle unsere Hoftiere ein Geschichtchen geschrieben. Über die Rinder, Hühner, Enten, Gänse und sogar die Pfauen.

Da wir jedoch weder einen Gnadenhof, noch einen Streichelzoo betreiben, halten wir die meisten Tiere um sie zu essen. Wir essen natürlich nicht alles selber, aber wir essen sie eben auch. Das finden manche Menschen komisch.

Und warum mich diese Einstellung wirklich nervt, darum geht’s jetzt:

 

Ich habe lange versucht Verständnis aufzubringen. Schließlich macht jeder unterschiedliche Erfahrungen in seinem Leben und in meiner Kindheit war es eben selbstverständlich, dass es Tiere gibt, die nur Leben, damit wir sie irgendwann essen können. Diesen Tieren bin ich oft begegnet. Als Tierarzt-Tochter war das Alltag. Ich war auch häufig mit im Schlachthof, habe bei Fleischbeschauen zugeschaut oder bei Schlachtungen. Auf Fragen wie „Warum muss das Tier sterben?“ wurde geantwortet „Weil es eben nicht von alleine in den Supermarkt läuft.“ So war das bei uns. Wer Fleisch essen wollte muss ertragen, dass Tiere dafür geschlachtet werden.
Heute verstehe ich jeden Menschen, der genau deswegen kein Fleisch ist. Wer den Gedanken nicht ertragen kann, dass ein Tier nur für den eigenen Genuss stirbt, der sollte kein Fleisch essen.
Nicht verstehen kann ich die, die Tiere-töten irgendwie ekelig finden, trotzdem aber in rauen Mengen Fleisch konsumieren. Genauer gesagt hänge ich da irgendwo zwischen Bewunderung und Irritation.

Ich weiß, dass es einfacher ist, den Grund für die Haltung der Tiere und ihr Sterben auszublenden, wenn man gar keinen Kontakt zu ihnen hat. Kühe nehmen wir hierzulande bestenfalls im Vorbeifahren aus dem Auto wahr. Aber wer bekommt heute noch ein Schwein zu Gesicht (lebend) und das obwohl Deutschland neben China und den USA zu den größten Schweineproduzenten weltweit gehört. Nicht sehen legitimiert aber nicht total-dumm-stellen. Wir wissen alle, wie Schweine gehalten werden und wo sie sterben. Trotzdem spukt in puncto Landwirtschaft in den meisten Köpfen irgendetwas zwischen Bilderbuchbauernhof, Lebensmittelskandal und Bauer-sucht-Frau. Die Entfremdung könnte größer nicht sein. Und so haben es viele geschafft, das Produkt was sie im Supermarkt kaufen völlig von einem Tier abzukoppeln. Das Schnitzel hat nichts mehr mit dem Schwein zu tun. Die Frikadelle sowieso nicht (wer weiß, was da wieder drin ist – aber bestenfalls eben ein Tier).

 

Tiere essen Bauernhof

Und irgendwie bewundere ich das auch. Das ist eine beachtliche Leistung. Das muss man erst mal schaffen.
Jedoch ist das, was sich viele Erwachsene mühsam antrainiert haben, für genau so viele Kinder Realität. Es herrscht eh schon größte Verwirrung, wenn man sie darauf hinweist, dass die Zutaten für den Hamburger vom Bauernhof kommen, aber das die Chicken McNuggets aus Huhn bestehen sollen, ist für so manchen echt der Gipfel. Ich habe das erlebt mit Kindern. Sie fanden das nicht eckelig, komisch oder lustig. Nein, sie haben es mir einfach nicht geglaubt.
Für mich ist das, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Wie sollen wir unseren Kindern einen respektvollen Umgang mit Tieren beibringen, wenn wir solche gigantischen Tatsachen (denn es geht ja um viele Hühner, wir essen schließlich viele Chicken McNuggets) ausblenden? Was tun wir unseren Kindern damit an? Und was tun wir der Welt an, wenn wir ihr solche Kinder hinterlassen?

 

Tiere essen, Tiere füttern
Unsere Tochter füttert das ganze Jahr sehr fleißig unsere Enten. Sie treibt sie von links nach rechts und abends in den Stall. Irgendwann vor Weihnachten werden sie dann eingefangen und zum Schlachter gebracht. Ich wurde schon öfters gefragt, was ich ihr denn dann erzähle. Mal ganz davon abgesehen, dass mir keine gute Ausrede einfällt (alle in den Urlaub geflogen?), wäre es eine krasse Lüge. Und warum? Wenn sie später ein Stück Ente auf dem Teller hat, dann sagen wir ihr, dass das unsere Ente ist und „Gut, dass du dich so toll um sie gekümmert hast.

Das ist natürlich nicht jedem möglich, aber darauf hinweisen, dass das Stück Fleisch mal ein lebendes Tier war, wäre schon drin – finde ich!

Was sagt ihr dazu?

wasfürmich
Basteln, Tiere

Wow-Pfau

Über unsere Pfauen habe ich hier schon mal berichtet: dass Pfau Hansi nach über 30 Jahren gestorben ist, dass unsere Hühner die Pfauenküken aufziehen und, dass im Hindu Tempel zwei unserer heiligen Reittiere wohnen (sollten, wenn dann nicht der Fuchs gekommen wäre). Das könnt ihr alles hier nachlesen.

Nun haben wir einen Nachfolger für Hansi. Der neue Hahn wird im Bild von allen begrüßt.

Pfau Begrüßung

Er hat auch schon das getan, was er tun sollte und seit kurzem haben wir vier kleine Pfauenküken.

Hisilicon K3

Am Wochenende drehte sich bei uns also alles um das Thema Pfauen und die neuen Kleinen. Allerdings bei Dauerregen. Deshalb haben wir es uns irgendwann drinnen gemütlich gemacht und den Wow-Pfau von wasfürmich gebastelt. Er ist wirklich wow geworden und ein echtes Familien-Kunstwerk. Die Tochter hat das Blatt ganz bunt gemacht, der Papa hat gezeichnet und ich habe schließlich alles ausgeschnitten (und den heißen Kakao serviert). Die Anleitung und auch eine Vorlage für den Körper findet ihr in dem wunderbaren Buch von wasfürmich Bloggerin Claudia Schaumann Das Kinderkunst-Kreativbuch: Viele bunte Projekte für Mama und Kind*

wow-Pfau wasfürmich

 

*Affiliate Link = Falls ihr das Buch über diesen Link kauft, verdiene ich daran ein paar Cent – ohne, dass es euch mehr kostet. Falls das passieren sollte – Dankee!

Tiere

Schwalbenfreunde

Von Schwalben, Wettervorhersagen und Kacke

Heute haben wir eine Regenpause genutzt, um die Nester unserer Schwalben zu suchen.

Wir sind ja schließlich Schwalbenfreunde und die NABU will es ganz genau wissen. Also haben wir gezählt.

Schwalben

 

Lassen sogar extra ein Fenster auf, damit die Tierchen auch rein können.

Schwalbenfenster

Wir sind auf 32 Stück gekommen, aber wahrscheinlich sind es mehr Nester. In diesem Jahr wurden bei weitem nicht alle Nester belegt. Wir wissen auch nicht warum es so wenige sind.

Insgesamt wird es wohl immer schwieriger für die Schwalben Nistmöglichkeiten zu finden. Es gibt weniger Ställe und in den neuen mega-hygienischen Mastanlagen passen Untermieter nicht ins Konzept.

Wir hingegen freuen uns ja immer über Artenvielfalt und mit der Kacke muss man halt Leben können …

… wobei es schon beeindruckend ist, was die daraus alles machen können 😉

Schwalbennest

Als uns heute die Schwalben (es sind übrigens Rauchschwalben) so um den Kopf gezischt sind, konnten wir leider nicht erkennen, ob sie nun besonders tief oder hoch fliegen. Trotzdem denke ich beim Anblick von Schwalben immer an den Spruch: Die Schwalben fliegen tief – gibt schlecht‘ Wetter. Das ist wohl die westfälische kurz-Variante. Etwas schöner klingt es dann so:

„Wenn die Schwalben hoch am Himmel kreisen,

sie weiter auf schönes Wetter hinweisen,

doch fliegen sie am Boden tief,

dann hängt der Wettersegen schief.“

Hat was mit der Thermik und den Futterinsekten zu tun. Bei sonnigem Hochdruckwetter gelangen die Futterinsekten der Schwalben in höhere Luftschichten und die Schwalben folgen. Bei sich abzeichnender Wetterverschlechterung, also aufkommendem Regen und Wind, halten sich die Futterinsekten mangels Thermik in Bodennähe auf.

Wer sich mehr für Wettervorhersagen von Natur und Tier interessiert, kann das hier nachlesen 100 Bauernregeln, die wirklich stimmen 😉

Tiere

Pfau Hansi und andere (nicht nur Pfauen)

Von Pfauen, Hindus und einen fiesen Fuchs

Vor Kurzem ist unser Hansi gestorben. Er war älter als ich – also irgendetwas über 30. Ich weiß gar nicht, ob das normal ist für Pfauen Hähne, mir kam es jedenfalls steinalt vor. Jetzt müssen wir uns um einen neuen Hahn bemühen, damit wir weiterhin jedes Jahr Nachwuchs bekommen. Das hat bei Hansi nämlich noch bis zum Schluss geklappt. Seine Frau hat einmal im Jahr ca. 5-7 Eier gelegt. Mit dem brüten hatte sie es dann manchmal nicht so. Ist ja auch langweilig, deshalb hat das dann meist ein Huhn übernommen. Auf so einem Hof hilft halt jeder jedem. Wenn die Jungen dann geschlüpft sind, war die Glucke natürlich die Mutter und hat somit auch nach der Brüterei ihre Aufgabe pflichtbewusst erfüllt. Hühner eben, die sind einfach nett (siehe hier).

Pfauen Hühner
Über ebay-Kleinanzeigen (ja darüber verkaufen wir alles, vom Rind bis zum Fahrrad) bieten wir die Jungen nach 6-7 Monaten an. Und ich muss sagen, bei allem was wir dort schon verkauft haben, werden Pfauen stets von den interessantesten Leuten gekauft. Ich freue mich ja immer, wenn spannende Personen zu uns auf den Hof kommen. Wir kommen ja selber nicht mehr so viel rum (leider!). Der definitiv exotischste Pfauenverkauf fand in diesem Jahr statt. Da kam Priester Paskaran vom Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm mit Herrn L. (wir dachten erst er ist nur der Tempel Hausmeister, aber wahrscheinlich ist er einfach ein sehr hilfsbereiter Nachbar) und kauften ein Pfauen Pärchen.

Pfau

Dieser Tempel steht gar nicht weit von uns und ist der zweitgrößte hinduistische Tempel in Europa. Vom vorbeifahren kannte ich ihn schon. Er sieht wirklich imposant aus. Schon lange wollte ich gerne mal dort hin fahren, aber wie das immer so ist …

Als irgendwann das Telefon klingelte und Herr L. anrief, hab ich mich natürlich total gefreut. Erst einmal brauchte er Pfauenberatung (nicht, dass ich Ahnung habe, aber wenn man bei uns anruft, hat man halt mich am Telefon), denn die Tempel Gemeinde musste die Voliere noch bauen und man wollte natürlich nur das Beste für die heiligen Tiere. Die Bauarbeitet leitete Herr L. und er nahm seine Aufgabe selbstverständlich sehr genau.
Nach einigen Telefonaten war es dann soweit. Die beiden Herren (die unterschiedlicher nicht sein konnten), kamen an einem verregneten Sonntagmorgen zu uns und holten ihre Tiere ab.

Pfauen Hindu
Noch immer stehe ich in Kontakt mit dem netten „Hausmeister“ und so schickte er mir auch die Zeitungsartikel zum Pfauen-Tempel-Projekt zu. Darin konnte ich dann nicht nur lesen, dass es sich bei unseren Tieren um heilige Reittiere handelt – na, wenn wir das mal vorher gewusst hätten – sondern auch, dass die beiden jetzt Krishna und Sitha heißen. Und weil eben die Pfauen für die Hindus heilige Tiere sind, sollte es auch eine religiöse Zeremonie extra für sie geben. Auch wir waren dazu eingeladen. Das hat mein Theologen Herz natürlich sehr erfreut 🙂

Leider kam der Fuchs in der Nacht vor dem Fest. Irgendwie fand er, trotz akribischer Vorsorge, einen Weg in den Stall. Die Enttäuschung war riesengroß.
Ich hoffe Herr L. ist jetzt nicht entmutigt und baut weiter, so dass bald neue Pfauen einziehen können. Von uns können sie aktuell allerdings keine bekommen. Hier fehlt ja leider der Hahn. Also, wenn wer wen kennt, der wen kennt … immer her damit. Und wenn wir nochmal zu einer Pfauenordination eingeladen werden, berichte ich auf jeden Fall davon.

Pfau

 

Apropos Pfau: Ich lese momentan Der Pfau∗ von Isabel Bogdan.
Ich kann es wirklich empfehlen. Es ist zum Schreien komisch. Eine wunderbar subtile Komödie in bester britischer Manier. Natürlich kommt ein Pfau darin vor. Dieser greift alles an, was die Farbe Blau hat und macht somit arge Probleme.

Ein bisschen konnte ich die Problematik nachempfinden. Wir hatten mal einen Pfau, der in seinem Spiegelbild einen Rivalen gesehen hat. (Tja, sie sind halt schön und nicht intelligent.) Wenn er sich also in einer Scheibe gesehen hat, hat er diese sofort attackiert, was sie nicht gerade sauberer gemacht hat. Blöderweise spiegelte er sich auch etwas in den Grabsteinen, die auf unserem Grundstück stehen (fragt jetzt nicht, warum die Dinger da stehen, das ist eine andere Geschichte). Naja, zur Balzzeit hatten wir dann halt blutige Grabsteine im Garten …

 

*Affiliate Link = Wenn ihr das Buch über diesen Link kauft, verdiene ich daran ein paar Cent – ohne, dass es euch mehr kostet. Falls das passieren sollte – Dankee!
Tiere

Ostern im Stall

Oder: Unser erstes Flaschenkälbchen

Von Weihnachten im Stall habe ich ja schon gehört. Das soll es irgendwann mal gegeben haben. Erzählt man sich so. Aber Ostern im Stall …

Das hatten wir in diesem Jahr zum ersten Mal. Genau so, wie wir zum ersten Mal ein Flaschenkälbchen haben. Aber der Reihe nach.

Am Karsamstag wurde das erste Kälbchen in diesem Frühjahr geboren. Mitten in der großen Wiese, ganz ohne unsere Hilfe. So, wie das hier üblich ist. Als wir es entdeckt haben, haben wir ihm direkt Ohrmarken verpasst. Das muss man immer recht zügig machen, bevor das Kalb zu munter wird und man in der Wiese hinter ihm her rennen kann.

Ostern im Stall

Ohrmarkenzange

Ostern im Stall

Beim Ohrmarke einsetzen entnimmt man gleichzeitig eine Blutprobe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mutter hat sich direkt verdrückt, kein Trockenlecken, kein Säugen, gar nichts. Sie kam auch nicht mehr wieder 🙁

So haben wir die ganze Herde am Morgen des Ostersonntag in eine kleinere Wiese nahe unserem Haus getrieben, die beiden separiert und gehofft, dass die Mutter sich ihrem Kälbchen nähert. Aber die Muttergefühle stellten sich einfach nicht ein. Im Gegenteil, wenn der kleine Bulle am Euter trinken wollte bekam er einen mit. Die Mutter trat nach ihrem Kind. Echt unerhört!

Deshalb kamen die beiden in den Stall. Die Alte wurde festgebunden, so dass das Junge nun endlich trinken konnte. Aber auch das hat nicht geklappt. Massiver Wiederstand!

In der Zwischenzeit wurde das Osterfrühstück in den Stall verlegt.

Ostern im Stall

Unsere Übernachtungsgäste (wir bieten auf unserem Hof Stellplätze für Wohnmobile an über Landvergnügen) gesellten sich zu uns und überlegte mit, was man noch tun könnte. Wir waren mittlerweile recht ratlos, hatten wir so einen Fall doch noch nie. Irgendwann verschwand einer von ihnen, kam wieder und sagte: „Ich habe gerade mit meiner Schwägerin telefoniert und die beschäftigt sich mit Homöopathie bei Milchkühen.“ Wir: „Hä?“ Er: „Mutterkuh und Kalb müssen mit einer Paste aus Anisbutter, Salz und Wasser eingerieben werden. So haben die beiden den gleichen Geruch und die Mutter nimmt ihr Kalb an.“ Gesagt, getan. Hat allerdings nur zu einer kurzen Annäherung geführt. Schade. So etwas finde ich ja toll (wenn’s klappt).

Ostern im Stall

Nachdem diese Rabenmutter immer aggressiver ihrem Kälbchen gegenüber wurde und wir schon Angst hatten, dass sie es an der Stallwand zerquetschte, haben wir sie wieder in die Wiese entlassen. Sie war sichtlich froh darüber.

An melken war bei diesem ungestümen Tier natürlich nicht zu denken und so bekam der kleine Kerl auch nicht die eigentlich wichtige Biestmilch (Kolostrum). Das ist die erste Milch, die die Mutter bildet. Sie ist besonders gehaltvoll und wichtig für die Immunabwehr.

Biestmilch konnten wir nicht organisieren, dafür aber Milchpulver und so gab es dann irgendwann die erste Flasche …

Ostern im StallOstern im Stall

 

 

 

 

 

 

 

 

… und die zweite und die dritte und …

Ostern im Stall halt.

Mit allen.

Es war nicht ungemütlich.

Ostern im Stall

sorgt immer für Ordnung

Ostern im Stall

nichts verpassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und irgendwie ist so ein Kuschelkalb auch Mal was Nettes. Wenn mein Mann den Stall verlässt, blökt es ganz herzzerreißend.

Mittlerweile trinkt unser Mäxchen sehr gut und noch macht uns das Füttern großen Spaß. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt – das Kalb und die Fütterei. Denn auf so einem lustigen Nebenerwerbs-Bauernhof, wie wir einen haben, ist die ganze Nummer ein krasser Zeitfresser. Auch finanziell ist es nicht wirklich attraktiv. Dafür sind wir auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher 🙂

Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

 

P.S. Heute gibt es Mal nur Handybilder. Aber so oder so werde ich wohl keine große Stallfotografin. Deshalb ist das Titelbild gemogelt. Das ist ein Kalb aus dem letzten Jahr.

 

 

 

Nutria Biber
Tiere

Biber oder Nutria ?

Diese Frage stellten wir uns mal wieder, als wir vor ein paar Tagen aus dem Fenster schauten und etwas kleines dickes Braunes durch unsere Wiesen wackeln sahen. Leider konnten wir es auf die Entfernung nicht erkennen.

Kennt ihr den Unterschied zwischen Bieber und Nurtria?

Kennt ihr überhaupt Nutria?

Erst mal zum Biber:

Seit 2010 gibt es ihn wieder in der Lippe. Bevor irgendwelche Ansiedelungspläne umgesetzt werden konnten, ist er von alleine gekommen und hat es sich gemütlich gemacht. Er baut zwar Staudämme, die Lippe ist aber zu breit, als das er irgendwelchen Schaden anrichten könnte. Seine Spuren sind dennoch sichtbar.

BiberBiber

 

 

Biberrutsche

Biberrutsche: Hier wird das Holz in die Lippe transportiert

Wo war der Bieber denn in den letzten Jahren?

In den Mägen unserer Vorfahren, an ihrer Kleidung oder in der Aspirin (zumindest das Düsensekret Bibergeil). So galt der Biber vor 180 Jahren hier als ausgerottet.
Jetzt ist er wieder da! Herzlich Willkommen liebe Biberbande.

So, nun zu den Nutria:

Die kennt kaum jemand. Es gibt sie hier aber viel häufiger als den Bieber. Im Gegensatz zu dem hier heimischen Bieber sind Nutrias (und auch Bisamratten) in Deutschland eigentlich fremd. Nutrias kommen aus Südamerika (Bisamratten aus Nordamerika). Bei uns lebten sie anfangs nur auf Pelztierfarmen und dann irgendwann auch in der freien Natur. Nutria sehen aus, wie irgendetwas zwischen Bisamratte und Bieber. Deshalb werden sie auch gelegentlich Biberratte genannt. Sie sind nicht ganz so groß wie ein Biber und haben auch einen anderen Schwanz (keine Schwanzkelle, sondern einen kreisrunden, wenig behaarten). Wer mehr über die genauen Unterschiede wissen möchte klickt hier.
(Ein skurriles Detail: bedingt durch die Pelztierzucht gibt es sie in den unterschiedlichsten Farben).

Auf die Entfernung oder aber im Wasser bleiben sie jedoch schwierig zu unterscheiden.
Manchmal kommen die Nutria auch ganz nah an unser Haus und wir können sie ziemlich genau erkennen. So, wie diese kleine Familie, die im letzten Jahr für einige Wochen in unserem Garten lebte.

Nutria BiberNutria

 

 

 

 

 

 

Nutria Familie

Tiere

Fridolin und Berta – Gans selten

So heißen unsere beiden Lippegänse.

Berta ist gescheckt, Fridolin ist ganz weiß. Mittlerweile haben sie drei gemeinsame Kinder, auch alle weiß.

Lippegänse

Aber erst natürlich gelb.

Wenn sie so daher watscheln, sehen sie aus als kommen sie direkt aus so einem romantischen Bilderbuch-Bauernhof. Ich finde sie richtig schön. (Mein Mann meint, sie sehen aus wie Gänse.) Ja, aber es sind eben besondere Gänse: Lippegänse. Nicht zu verwechseln mit irgendwelchen wilden Gänsen auf der Lippe. Die sind in der Regel grau – heißen ja auch so: Graugänse. Oder Nilgänse oder Kanadagänse. Unsere Lippegänse sind Weidegänse, d.h. sie gehören zu den Nutztieren. Sie sind heimisch in der Region Westfalen-Lippe im Einzugsgebiet der Flusslandschaft und Grünlandregion der Lippeniederung zwischen den Städten Lippstadt, Soest und Paderborn – und sie sind vom Aussterben bedroht. Genau, richtig gelesen! Nicht nur der sibirische Tiger steht kurz vor der Ausrottung, sondern auch einige bei uns lebende Bauernhoftiere.
„Viele Menschen wissen, dass Wildpflanzen und Wildtiere aussterben, aber nur wenigen ist bekannt, dass Ähnliches auch in der Landwirtschaft, gleich nebenan, mit Kulturpflanzen und Nutztieren passiert. Wenige Hochleistungssorten und -rassen produzieren heute die Nahrungsmittel der Menschheit. Gleichzeitig stirbt alle zwei Wochen eine Nutztierrasse aus – das heißt, eine an Klima und Standort angepasste Rasse, ein genetisches Erbe und ein Kulturgut zugleich.“ Quelle

So etwas macht uns traurig. Wir mögen Artenvielfalt und deswegen haben wir uns bei einer Stammbuchschau ein Lippeganspaar zugelegt. Dort wurde das Pärchen für uns „zusammen gestellt“. Eine arrangierte Ehe sozusagen, die Berta und Fridolin da eingehen mussten. Aber sie scheinen mir ganz glücklich damit.

Lippegänse Hofsafari

 

Und warum das Ganze?
Die Lippegänse wurden wirklich in aller letzter Minute vor dem Aussterben gerettet. Da gab es nur noch eine Handvoll – nun ist der Genpool denkbar klein, das muss man schon bedenken. Aber glücklicherweise denken manche Menschen ja und so hat sich ein Verein gegründet (Stammbuch Lippegans e.V.), der sich den Erhalt dieser lokalen Gänserasse auf die Fahne geschrieben hat. Aktuell scheint es nicht besonders IN zu sein, bedrohte Haustierrassen zu schützen, denn die Gänse sind immer noch stark gefährdet, aber immerhin gibt es sie noch.
Für uns ist das ja schon Grund genug so ein Paar zu besitzen. Aber wir werden ständig gefragt, was diese Rasse denn so besonders macht, was die können? Und ich muss immer antworten: Nichts! Darum geht es ja bei der Nummer mit der Artenvielfalt auch nicht. Eine Rasse ist doch nicht nur erhaltenswert, wenn sie lila Eier legt.
Gut die Lippegänse sind besonders marschfähig. Nur legt da heute keiner gesteigerten Wert drauf. Früher war das aber wichtig bei den langen Treibwegen von den Weiden der Lippeniederung zu den Bahnstationen.
„So kamen die Jungtiere im Alter von etwa 8 Wochen zum Verkauf auf die jährlich im Mai stattfindende Geseker Gösselkirmes und wurden dann vom Bahnhof Geseke aus per Eisenbahn in die Großmästereien vor allem nach Ostdeutschland verfrachtet.“ Quelle

Weiter kann man zu dieser Rasse lesen:
„frohwüchsig, anspruchslos, wenig krankheitsanfällig und wetterfest. Desweiteren ist die Rasse durch gute Beweglichkeit und Weidefähigkeit gekennzeichnet (Stoppelgängerin).“ Quelle
Keine Ahnung was frohwüchsig ist, aber es klingt super 🙂 Wir können noch ergänzen, dass diese Tiere unseren eher verpeilten Spitz (übrigens auch vom Aussterben bedroht und auf der roten Liste) gut unterstützen. Gänse sind definitiv die besseren Wachhunde!

Und hier wieder etwas für Besserwisser:

(gilt natürlich für alle Gänse, egal welche Rasse)

  • Gans: Oberbegriff/ weibliches Tier
  • Ganter/ Gänserich: männliches Tier
  • Gänseküken/ Gössel: männliche oder weibliche Tiere bis zum Alter von sechs Wochen

 

Fridolin

 

Rinderauktion
Ausflüge, Tiere

Rinderauktion

Samstagsvergnügen: Ein Ausflug zur Rinderauktion

Ein guter Vorsatz für 2016 war mehr Ausflüge zu machen, mehr raus kommen. Diesen Samstag durfte der Mann entscheiden wo es hin geht …

Er: Unsere Tochter findet das bestimmt auch total spannend! Ich: Klar. Dreijährige interessieren sich brennend für Deckbullen – weiß man ja.

Naja, aber sie lassen sich für alles begeistern was der Papa toll findet (und bei der Mama klappt das meistens auch), also los.

Rinderauktion

Wir waren bei der Deckbullenauktion vom Fleischrinder-Herdbuch Bonn. Dort gab es also nur dicke schwere Bullen, die möglichst oft Vater werden sollen. Diese lieblichen Tiere kann man für ein kleines Vermögen ersteigern – Auktion eben.

 

Rinderauktion

Wir brauchen so ein Tier nicht. In unserem kleinen Betrieb kann der Herr gar nicht so viele Damen beglücken, dass wir das Geld für den Kauf wieder raus bekommen würden. Interessant ist es trotzdem. Auf der letzten Auktion waren einige unserer Rinder ohne uns da und wurden verkauft, denn auf Auktionen gibt es meist die besten Preise. Dieses Mal waren wir einfach nur so da, zum gucken – Ausflug eben.

Rinderauktion

Erst werden alle Bullen ein Mal durch den Ring geführt und vorgestellt. Der engagierte Herr am Mikro lässt sich dazu allerlei einfallen. Also, sahen wir gut strukturierte leistungssichere Bullen, die übrigens fast alle homozygot hornlos sind, d.h. genetisch hornlos. Machen somit nur hornlose Kinder. Wenn es beim Käufer nicht mit dem erwünschten Rindersegen klappen sollte, gibt es einen Versicherungsschutz – macht Sinn bei den Preisen. Und damit niemand durcheinander kommt und versehentlich den falschen Bullen ersteigert, haben alle Tiere eine Nummer am Po kleben.

Rinderauktion

Der schlaue Bauer macht sich währenddessen Notizen im Auktionsheft.

Rinderauktion

Die schlaue Bäuerin natürlich auch.

Danach gibt es eine kleine Mittagspause und dann startet die Auktion. Das Ganze ist also durchaus ausflugstauglich, obwohl ich vorher bedenken hatte. Vor einer gefühlten Ewigkeit haben mein Mann und ich nämlich auf solchen Auktionen gearbeitet (ich, zugegeben, nur ein Mal – meine anderen Jobs schienen mir irgendwie sicherer) und da ging es zwischenzeitlich ganz schön abenteuerlich zu. Ist ja verständlich, die Rinder werden erst dort hin gekarrt, kommen dann in einen Stall und müssen schließlich durch lange glatte Gänge raus in die Manege getrieben werden. Der totale Stress, da geht schon Mal ein Tier durch. Ich erinnere mich an einige Hechtsprünge. Wir haben uns dann schnell für die Arbeit an der Waage oder beim Auktionator gemeldet. Die Treiber haben wirklich meinen größten Respekt. Im Zuschauerraum sitzt man aber heute ganz sicher, wenn auch hart. (Wer gut vorbereitet ist, bringt sich ein Kissen mit.) Eine Mitarbeiterin, die schon damals da war, meinte: Früher war mehr Rodeo! Es werden also alle ruhiger …

… dafür wird mehr dekoriert 😉

Rinderauktion